Oh nein!

07Feb10

Kaffee – Nach jahrelangen Problemen mit dem frisch gerösteten, Bohnengetränk hatte ich mir vorgenommen so schnell nicht wieder davon zu probieren. Situationsbedingt – undenkbar!

Eigentlich ist es immer das gleiche. Pünktlich halb 7 klingelt der Wecker das erste mal. Verschlafen drehe ich mich auf die andere Seite um mich noch ein wenig über die doch viel zu kurze Nacht zu ärgern. Mit dem Eintreten meiner Mutter weiß ich – nun ist es doch Zeit ins Leben zurückzutreten. Aufstehen, Zähne putzen, Kleidung auswählen und schmerzhaft über den, vor einer Woche gebrochenen Arm zu ziehen. Aua.

Schnell eine Tasse Tee und dazu die äußerst köstlichen Tabletten gegen die nur allzu wundervolle Gipsallergie und schon stürze ich mich auf den Weg zur Arbeit. 9h – wie ich mich freue.

Auf dem Weg durch die verschneite und kaum geräumte Straße überlege ich über genau diesen Ablauf. Es ist doch immer das gleiche – Tag für Tag. Mein ganzes Leben lang? – Undenkbar überlege ich. Das Leben muss doch mehr für mich bereithalten?!


Erwachsen zu werden.

Spätestens mit dem Knacken meines Armes, ausgelöst von einem Arzt der nun schon eine Viertel Stunde an besagtem Körperteil herumhantierte, war mir klar, dass Erwachsenwerden nicht das war, was ich gerade wollte.

“Wie alt sind Sie?” “20.” “Gut – Dann können Sie ja schon selbst entscheiden.”

Aber eine Entscheidung gab es nicht. Diese war schon getroffen als ich an der Seite des Doktors den sterilen Raum mit dem kleinen OP-Tisch in der Mitte und dem Röntgengerät daneben betrat. Mein Herzschlag beschleunigte sich bereits als er mich bat auf dem Tisch platz zu nehmen. Kurze Zeit später hing mein Arm in zwei so genannten “Mädchenfängern”. Als die Schwester dann noch ein Gewicht an den Arm hing, war es bei mir aus. Kalter Schweiß stand auf meiner Stirn.

4h hatte ich nun bereits auf der Notfallstation verbracht. 2h hatte es gedauert festzustellen ob der Arm, nach meinem fragwürdigen Sturz, gebrochen oder nur gezerrt war. Diagnose “Geschlossene distale extraartikuläre Fraktur des Radius links” – oder linker Arm gebrochen, Bruch verschoben.

“Soll ich jemanden reinholen, oder bist Du allein?” – Besorgt sah die Schwester mich an. “Ich bin allein” – Ja, immerhin bin ich ja nun auch schon ein großes Mädchen. Hatte ich noch gedacht. Nachdem der erste Druck des Arztes einsetzte wollte ich aber doch wieder zu meiner Mutter. Da diese gute 400 km entfernt auf Arbeit um einen guten Ausgang und einer Sicherung unseres gemeinsamen Ski-Urlaubs bangte, konnte sie leider nicht meine Hand halten als ich gerade daran dachte dem Arzt eine zu kleben.

Urlaub – ja. Skifahren – nein.

Damit war dann auch der Urlaub vorbei. Welch grandioser Ferienbeginn.


und halte mich doch so fest wie du nur kannst.

“Scheiße, jetzt komm endlich!” schreist du mich betrunken und umso wütender an. Eine salzige Träne läuft mir über das Gesicht, mein Kinn zuckt. Mir ist kalt. Gerade befand ich mich noch in der warmen Diskothek und nun stand ich mitten in der Stadt und stritt mit dem Menschen wegen dem es mir schon den ganzen Abend einfach so richtig scheiße ging. Warum wir so richtig stritten wussten wir selber nicht, wohl aus Wut über die kommunikationsschwierigkeiten die uns schon den ganzen Abend begleiteten. Oder weil uns einfach gerade in diesem Moment dannach war. Erinnern kann ich mich kaum.
Nachdem Jacken und Worte mit Freunden ausgetauscht wurden, taummelten wir, immernoch wütend, zu Ihm.

Schlauer bin ich aus dieser Situation nicht geworden, aber es ist geschehen. Warum wir stritten wussten wir am nächsten Tag immer noch nicht. Wir wissen nur das Gedanken und Gefühle von denen vorher nur bedingt die Rede war endlich ihren Weg nach außen fanden.


In der Stadt

25Dez09

Im the hero of this story, dont need to be safed.

Ich stehe in Mitten des wilden Treibens der Stadt. Ganz still. Niemand nimmt mich wahr, viele stoßen gegen mich weil sie mich nicht gesehen haben, mich nicht sehen wollten. Mit einem kurzen Blick und einem “…tschuldigung” ist die ganze Sache vergessen. Jeder von ihnen ist mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, den meisten bleibt nicht einmal Zeit zum lächeln.

Irgendwie traurig, wenn man bedenkt das es soviele Menschen auf der Welt gibt und diese nicht einmal die Zeit zum lächeln finden.


“Schäm dich!” sagte Alice. “So ein großes Mädchen wie du -” ( Das stimmte ja wirklich) “heul doch nicht wie ein Baby! Hör sofort auf, verstanden!” Aber sie hörte nicht auf und vergoss literweise Tränen, bis um sie herum ein ganzer See war, ungefähr fünfzehn Zentimeter tief und halb solang wie der Saal.

Gut das ich genug Zellstofftücher habe um die meinen Tränen zu trocknen. Fühle mich kaputt und ausgelaugt, fast als wäre ich am Ende meiner Kräfte. Meine Arme zerschunden durch die letzten Nächte. Was ist passiert? – Ein Sprung zurück.

“Warum weinst du?” fragst du mich und weißt nicht recht wie du reagieren sollst. Willst mich halten und trösten und weißt doch nicht ob es das richtige ist. Nach einem kurzen zurückweichen packst du mich allerdings doch an den Handgelenken und ziehst mich zu dir. Ich lasse es zu. Du hälst mich im Arm wie ein kleines Kind, drückst meinen Kopf behutsam an deine Brust und ich kann die Tränen einfach nicht aufhalten. Ich will stark sein, kann es aber nicht. Denn, sobald es um dich und mich geht bin ich wie ein kleines Kind – Verletzbar und Kindisch. “Rede mit mir.” Von Tränen erstickt und um Luft ringend versuche ich zu antworten, doch ich kann nicht. Ich kann dir nicht sagen wie enttäuscht ich bin, wie unglaublich allein gelassen ich mich fühle. Kann nicht beschreiben wie weh es tut mit anzusehen wie wiedereinmal alles kaputt geht, wie wir uns immer zaghaft Schritt für Schritt voneinander entfernen.

Eine Nacht später sitze ich wieder allein in der anderen Stadt. Will mit dir reden – du kannst nicht. Ich versteh es. Du magst es nichtmehr hören, du kannst nicht verstehen warum ich traurig bin. Ich schreibe dir. Du antwortest. “Wir sollten es versuchen” Hast du uns denn schon aufgegeben? Bin ich und deine Erinnerung an mich schon weggepackt. Zusammengefaltet in eine kleine Kiste, weit hinten im Schrank? Liebe. Sie macht kaputt und hält uns doch am Leben.

Verstehst du nicht das ich schreie? Ich schreie um zu L(i)eben…


0 Uhr – „Happy Birthday, ich liebe dich“ – Gute Nacht.

Endlich ist er da, der mit Herzflattern erwartete 24. November. Das erste mal allein aufwachen, das erste mal allein eine Kerze im dunklen Zimmer auspusten und hoffen, das der Wunsch den man schon lange hegt endlich in Erfüllung geht. Irgendwie fühlt es sich gar nicht an wie sonst. Es fehlt der alljährliche Ritus.

Guten Morgen Welt – ich bin jetzt 20!


Sieh sie dir an, flüstere ich. Sieh sie dir genau an. Wie sie da stehen, lachen, sich ihres Lebens erfreuen. Und ich stehe da, gleich daneben und auch ich lache, freue mich. Ich bin froh Personen zu haben die mich irgendwie mögen, eher akzeptieren. Doch ist da diese ständige Unsicherheit. Wie eine Maske liegt sie auf ihren Gesichtern. Auf Meinem. Ich hasse das! Schrei ich. Lass mich in Ruhe. Lass mich doch endlich, einfach glücklich sein.

Ich kann es nicht. Sagst du und lachst.

Immer wieder kommen die Gedanken. Die Gedanken an etwas Besseres. Die Gedanken an meine scheinbar so schwerwiegenden Fehler. Sind es Fehler – ist es nicht vielmehr menschlich? Der Glaube daran das man nicht so ist wie die anderen – aber will ich sein wie die anderen? Nein! Und doch hege ich den Wunsch dazuzugehören, angesehen zu werden und bewundert zu werden. Wie jeder andere Mensch auch. Ständige Zweifel sind mein Wegbegleiter. Ich schätze Sie nicht, aber habe mich damit abgefunden. Wir sollten nicht glauben das andere besser sind wie wir. Denn, Sie sind es nicht. So sehr Sie sich das vll wünschen.

 

Mit einem Blick nach vorn. Einem Lächeln auf den Lippen und einer Perle reinen Salzes unter den Augen.


Hero

15Nov09

>>Im the hero of this story, dont need to be safed.

Manchmal stehe ich in der Stadt. Ganz still. Die Leute um mich herum nehmen mich nicht wahr, sie wollen mich nicht wahrnehmen – sie sind viel zu beschäftigt mit sich selbst. Mit ihren eigenen kleinen Problemen laufen sie durch die Stadt. Zielgerichtet, ihr Glück anstrebend. Trotzdem sind sie unglücklich.

Schade.

Kette gefunden - werde Sie mir selbst zum Geburtstag schenken.

9 Tage


Der Wunsch

09Nov09

>>Wer bist du? – Und wieso fühle ich mich so zu dir hingezogen?

An manchen Tagen wünsch ich mir frei zu sein. Ich wünsche mir das jemand den Käfig meines müden, traurigen Käfigs mit den  alten stählernen und so zauberhaft filligranen Gitterstäben öffnet. Ich träume davon ein Vogel zu sein, welcher an diesem Tag enfach davon fliegt. Denn, so schön der Ort ist an dem mein Käfig steht, so schön wäre es auch frei zu sein. In meinem Käfig bin ich allein, allein sollang bis jemand vor ihm steht, mit mir spricht – ich singe. Singe, lache, springe den ganzen Tag wenn man es von mir verlangt. Traurig sein und den Menschen in meiner Umgebung Sorgen zu bereiten wage ich nicht. Traurige Gedanken und doch ein lachendes Herz. – Wie funktioniert das?

Der Wunsch nach etwas neuem steckt in jedem von uns. Die letzten Tage waren wunderschön. Am Anfang der letzten Woche plagten mich noch Gedanken an die Freiheit. Ich überlegte und versuchte abzuwägen wie es wäre völlig unbefangen, völlig frei hier her zu ziehen. Ich beobachtete, sprach darüber und lernte das man das was man hat nicht einfach so aufgeben sollte. Ich glaube, Freiheit ist ein Abenteuer. So schön dieses Abenteuer auch wäre ich müsste mich damit abfinden das am Ende eines Tages niemand auf mich wartet. Niemand der mich so liebt wie ich bin. Verpasse ich etwas? Nein – Ich habe Zeit.

Mit einen verträumten Blick auf das letzte Wochenende und das vergangene Jahr

Er

Danke dafür


Es ist schwierig zu sehen, zu begreifen und festzuhalten. Diese unmenschliche Entfernung und alles was damit verbunden ist macht mich Krank. Ich vermag weder meine Freunde zu sehen, zu treffen und zu hören noch meiner Familie  gegenüberzutreten.Und wenn ich dann in Chemnitz bin habe ich kaum Zeit es allen in irgendeiner Weiserecht zumachen. Dabei wünsche ich mir das so sehr.

Doch selbst in der anderen Stadt sind wir nich in der Lage uns gegenseitig kenntlich zu machen das man nur auf das freudige klingeln des eigenen Handys wartet, auch wenn es nur ein anklingeln ist was sagt “Ich bin da, lass uns reden.” Ich glaube es liegt einfach daran das wir beide viel zu starrköpfig sind, jeder wartet darauf das der andere irgendetwas tut. Sich meldet, sagt das man gerade an einen denkt. Es fehlt nur am ersten Schritt. Wer wird diesen tun?

….Ich vermisse dich….

 

An der Internetfront nichts neues.